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Fabian A. Derungs

 

Die Welt steht Kopf – der Retail auch?

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Die Corona-Krise hat die Welt nach wie vor fest im Griff. Dabei ist sie nicht nur psychisch eine ziemliche Herausforderung, sondern hat auch grossen Einfluss auf die Wirtschaft. Gerade im Retail haben die letzten Monate Spuren hinterlassen. Doch welche genau? Und wie wird es mit dem Einkaufen weitergehen, wenn das Virus nicht mehr unseren Alltag bestimmt? Fabian A. Derungs, Director Retail bei der H&B Real Estate AG, beantwortet die brennendsten Fragen für den Retail und wagt einige Prognosen.

Die aktuelle Situation ist für den Retail sehr schwierig. Wie ist deine Einschätzung?
Fabian A. Derungs: Die Unbeständigkeit der aktuellen Situation ist wirklich für alle sehr schwierig und die Herausforderungen sind gross. Aber ich bin immer wieder beeindruckt über die Innovation und den Kampfgeist im Retail. Da wurden über Nacht neue Konzepte entwickelt und eingeführt. Einige davon werden weiterhin Bestand haben, weil sie so gut angekommen sind, andere werden zum gewohnten Usus zurückfinden.

Zurzeit hört man oft, dass viele Geschäfte schliessen werden müssen. Stimmt das?
Fabian A. Derungs: Es wird bestimmt eine Bereinigung stattfinden – vor allem, wenn keine Härtefall-Gelder mehr fliessen werden. Generell haben sich die Geschäfte jedoch gut gehalten, insbesondere an Top-Lagen wurden kaum Konkurse oder Ladenaufgaben verzeichnet. Falls eine baldige Normalisierung erfolgt, hat sich der Retail-Bestandesmarkt als überraschend robust erwiesen.



Braucht es den stationären Retail künftig überhaupt noch?
Fabian A. Derungs: Der stationäre Handel lebt und die Menschen lieben es, die Waren zu sehen und zu fühlen. Auch der soziale Aspekt darf nicht unterschätzt werden: In den Einkaufsstrassen zu flanieren, sich etwas zu leisten und dann mit den Einkaufstaschen ins Café zu sitzen und sich mit Freunden zu treffen. Diese Punkte sind ein klarer Vorteil gegenüber dem einsamen und lustlosen Online-Handel. Ausserdem zeigt es sich, dass immer mehr Online-Händler auch stationäre Opportunitäten suchen.

Egal wie sich die Situation entwickelt, voraussichtlich werden zukünftig immer mehr Menschen von zuhause aus arbeiten. Was bedeutet das für die Lage der Geschäfte?
Fabian A. Derungs: Es ist gut möglich, dass die sogenannten B-Lagen, also Quartiere und Kleinstädte, an Attraktivität gewinnen, da wieder mehr in der Wohnumgebung eingekauft wird. Das würde zu Lasten von Hochfrequenzlagen wie beispielsweise Bahnhöfen gehen, da weniger gependelt wird. Aber auch hier bin ich der Meinung, dass mit der Zeit wieder Normalität einkehren wird. Einige haben Homeoffice schätzen gelernt, andere suchen den sozialen Austausch und ihnen fehlt die Bürogemeinschaft. Lokalitäten an Premium-Lagen werden aber immer attraktiv bleiben.

Wie zuversichtlich bist du, wenn du an die Zukunft des Retails denkst?
Fabian A. Derungs: Die Stärke des Bestandesmarkts in den vergangenen Monaten hat überzeugt und macht insbesondere innovativen Formaten Mut. Innovationen sind immer nötig, damit ein Geschäft wachsen kann. Das ist nicht nur im Retail so. Es gibt bereits viele Formate, die ihr eigenes Publikum anziehen, die sehr beliebt sind und diese werden sich gut behaupten können. Nach Jahren der Krise vor Covid sehe ich die Zukunft des Retails wieder positiver.



Welche Tendenz spürst du: Grosse Ladenflächen oder kleine Lädeli?
Fabian A. Derungs: Grundsätzlich werden grosse Ladenflächen momentan eher verkleinert. Einkaufen über mehrere Stockwerke hinweg hat an Attraktivität eingebüsst und es gibt nur noch wenige, die das erfolgreich bespielen können. Das heisst aber nicht, dass der Trend im Allgemeinen zu «Lädeli» geht. Historisch gesehen schlägt das Pendel zwischen grösseren und kleineren Läden immer wieder hin und her.

Welche Branchen sind die Gewinner in dieser Krise? Welche die Verlierer?
Fabian A. Derungs: Zu den Gewinnern gehören sicherlich die Lebensmittelläden. Sie haben die Chance am meisten genutzt, um einen Full Service aufzubauen. Auch Spezialitätenläden erleben ein grosses Comeback. Spannend ist zu sehen, dass sich die Luxusbranche nach den Öffnungen jeweils am schnellsten erholt hat. Von den langen Warteschlangen vor Designgeschäften hat man ja sogar in den Medien gelesen. Am härtesten getroffen hat es Geschäfte im mittleren Preissegment, die zu wenig haben, was sie von der Masse abhebt. Ausserdem war es natürlich sehr hart für Kleinstunternehmen und Start Ups, die sich kein ausreichendes finanzielles Polster anlegen konnten.

Bilder: Nadine Kägi/H&B Real Estate AG

 
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