Kaum eine Schweizer Stadt transformiert sich gerade so umfassend wie Basel. Auf ehemaligen Industrieflächen, Güterbahnhöfen und Werksarealen entsteht ein neues urbanes Gefüge – getragen von Pharma, öffentlicher Hand, Genossenschaften und Stiftungen gleichermassen.
Die Dimensionen reichen weit über einzelne Bauprojekte hinaus. Klybeckplus allein bringt auf 300'000 m² Raum für bis zu 15'000 Menschen. VoltaNord schafft bis zu 2'500 Arbeitsplätze, zwei Drittel der Wohnungen preisgünstig. Das Wolf-Areal wandelt sich vom Güterbahnhof zum Wohnquartier mit 550 Einheiten. Im Süden setzt das Dreispitz Nord-Areal mit der Christoph Merian Stiftung und Herzog & de Meuron auf die Verbindung von Wohnen, Gewerbe und Hochschule. An der Birs entsteht auf dem ehemaligen Haefely-Areal Lehenmatt Süd ein neuer Stadtteil mit Wohnraum für rund 600 Personen – ein Drittel davon preisgünstig. Und auf der Erlenmatt sind in knapp zwei Jahrzehnten über 1'400 Wohnungen auf einem früheren DB-Güterbahnhof entstanden – Basels erstes grosses Transformationsgebiet und Blaupause für alles, was folgt.

Doch Basel transformiert nicht nur Brachen. Die grossen Pharmakonzerne prägen die Stadtentwicklung massgeblich mit. Die Roche Towers – mit 178 und 205 Metern die beiden höchsten Gebäude der Schweiz – sind Teil einer Investition von rund 3 Milliarden Franken in den Basler Standort, ein dritter Turm ist in Planung. Der Novartis Campus, 20 Hektar gross, hat sich vom geschlossenen Werksgelände zum offenen Forschungs- und Begegnungsort gewandelt – seit Oktober 2022 für die Öffentlichkeit zugänglich, mit Startups, Inkubatoren und dem Novartis Pavillon als neuem Wahrzeichen.
Scharnier dieser Entwicklung ist das gesamte Kleinbasel zwischen Klybeck und Badischem Bahnhof. Mit den Entwicklungen auf der Erlenmatt, dem Roche-Areal und Rosental Mitte wird die Bedeutung des Badischen Bahnhofs als Verkehrsdrehscheibe und Zentrum massiv zunehmen. Das geplante Herzstück – eine unterirdische Durchgangslinie – soll ihn bis 2035 zum trinationalen Verkehrsknoten aufwerten.
Basel wird damit zum Reallabor für die Frage, die alle wachsenden Städte beschäftigt: Wie verdichtet man klug, inklusiv und lebenswert?